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Endoskopie für die Indigene Bevölkerung / Projekt in Guatemala

Kategorie: Entwicklungshilfe

Liebe Freunde und Unterstützer des Projektes ‚Endoskopie für die Indigene Bevölkerung‘,

 

ich schreibe wieder spät, das hat aber Gründe:

Nach meinen Gesprächen im März 2017 mit Padre Jesus, dem neuem Mitglied der Obras-Haus¬leitung, und Señor Morales, dem neuen Verwaltungsleiter, fuhr ich voller Hoffnung auf positive Veränderungen (Anstellung eines zweiten Arztes, zusätzlicher Raum und Renovierung der Abteilung nach 10 Jahren Arbeit) wieder nach Deutschland.

Aber das Gegenteil trat ein: Ende Juli 2017 schrieb mit Dr. Torres, dass er und Sr. Claudia entlassen worden wären!

Was war der Grund? Es ist wohl üblich in Guatemala, in gewissen Abständen eine Bescheinigung der Polizei und des Gesundheitsamtes vorzulegen, dass nichts gegen sie vorliegen würde. Beide hatten aber keine Zeit oder keine Lust, sich diese Bescheinigungen selber zu besorgen, und beauftragten damit einen „Tramatador“, wie sie schrieben, einen Mann, der diese Bescheinigungen für sie besorgt. Beide bezahlten ihn auch mit 100 Q. (Das ist dort ein übliches Verfahren.) Angeblich entpuppte sich der Mann als Betrüger und die gefälschten Bescheinigungen wurden als Betrug gewertet, was die Entlassung nach sich zog. – Auf Nachfrage hörte ich dann, dass sie selber gekündigt hätten. Ich weiß nicht, ob es auf Druck der Obras oder aus eigenem Antrieb geschah. (Nach einer eigenen Kündigung bekommt man schlecht eine neue Stelle.)

Während meines diesjährigen Aufenthalts in Guatemala hatte ich wieder ein langes Gespräch mit Senior Morales und Padre Jesus. Aber mehr als das, was ich schon wusste, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Außerdem traf ich mich mit Dr. Torres und Sr. Claudia. Dr. Torres hat Sr. Claudia in seiner Privatpraxis angestellt. Sie hilft dort bei den Endoskopien und der Aufbereitung der Geräte. Claudia verdient weniger als in der Klinik, ist aber wenigstens nicht arbeitslos. Durch die Endoskopien läuft die Praxis einigermaßen.

Zusätzlich haben sich aber auch die Bedingungen von Seiten des Gesundheitsministeriums verändert. Eine gastroenterologische Klinik darf nur noch von einem Gastroenterologen als Leiter betrieben werden. Dr. Torres wie auch Dr. Colaj besitzen den Titulo „Endoskopista“. Diese Qualifikation reicht aber jetzt nicht mehr für die Arbeit in einer Klinik aus. Privatambulanzen können jedoch weiter damit arbeiten. (Das ist eigentlich nicht nach zu vollziehen.)

Seit Mitte 2017 ruht die kontinuierliche Arbeit in der Endoskopie. Wie ich hörte, kommen ab und zu auswärtige Gastroenterologen und jetzt auch 1x pro Woche ein Gastroenterologe aus der Hauptstadt. Es ist jedoch nicht das, was ich eigentlich erreichen wollte, nämlich „Hilfe zur Selbsthilfe“. Aber es wird weiter in der Endoskopie gearbeitet für die arme, vorwiegend indigene Bevölkerung. Und nur das ist wichtig. Vielleicht können wir als Verein auch personell diese Arbeit unterstützen. Schließlich geht es um die armen Menschen, die sich nur in der Obras eine Endoskopie leisten können!

Aus diesem Grund habe ich nach unserem Gespräch im Februar offiziell alle Geräte der Obras übertragen. Im Gegenzug habe ich eine schriftliche Zusicherung erbeten, dass Ärzte aus Deutschland, die dort als Voluntarios (also unentgeltlich) für einige Wochen arbeiten möchten, im Krankenhaus kostenfrei wohnen können und verpflegt werden. Dies wurde mir zugesagt. Schriftlich bekam ich diese Zusicherung erst per Mail im Juli 2018.

Falls Sie an so einem Einsatz Interesse haben, wenden Sie Sich bitte an mich. Das Gesundheitsministerium verlangt mindestens 4-6 Wochen vorher per Mail (an die Obras) die Kopien der Urkunden vom Facharzt für Innere und vom Gastroenterologen. (Bürokratische Hürden werden nicht nur in Deutschland aufgebaut…)

Ich denke, wir sollten die Klinik auch weiterhin mit Sachspenden, Wasserfiltern usw. und natürlich auch personell unterstützen.

 

Was wurde im letzten Jahr bis jetzt von uns finanziert:

535,50 € Reparatur eines Ultraschallgerätes

38,90 € Porto für das Ultraschallgerät zur Reparatur

31,50 € Kauf Medikamente für Guatemala

7,60 € Druck Spenderbriefe 21.04.2017

520,00 € Unterstützung des Studiums von Mayra von 7/2017 bis 6/2018

(personenbezogene Spenden nur für Mayra, siehe weiter unten)

5.000,00 € Hilfe für Operation eines Acusticusneurinoms von Sergio in Mexico.

Sergio ist ein junger Mann aus dem Hochland. Er arbeitet in der Woche in einer kleinen PC-Werkstatt und studiert am Wochenende Technik. Das macht er auch nach der OP weiter. Ich habe ihn kennen gelernt und war beeindruckt von seiner Kämpfernatur. Die Familie hat 4 Kinder und wollte ihr Ackerland verkaufen, was sie aber dringend zur Versorgung der Familie benötigen. Mit der finanziellen Hilfe von uns war das nicht mehr nötig.

Insgesamt wurden 6.133,50 € ausgegeben.

Die Einnahmen betrugen von 1/2017 bis 9/2018 8.958,27 € .

Im Moment haben wir noch 15.266,47 € auf dem Spendenkonto.

 

Nur über Bildung kann der schlimmen Armut im Land begegnet werden. Besonders alleinstehende Frauen, z.T. mit Kind, haben es schwer. Eine pflichtgemäße Unterstützung der Kinder durch den Vater, wie in Deutschland, gibt es in Guatemala nicht. Sie basiert auf Freiwilligkeit und da passiert meist nicht viel.

Trotzdem versuchen junge Leute, ein Studium und damit eine bessere Arbeitsmöglichkeit zu schaffen. Eine Möglichkeit das Studium zu finanzieren ist, am Wochenende in die Uni zu gehen und in der Woche zu arbeiten, so man Arbeit bekommt. Das machen viele Studenten aus armen Familien.

Es gäbe die Möglichkeit, für solche Frauen direkt an die Uni die Studiengebühren zu zahlen. Das wäre schon eine große Hilfe und würde pro Frau 30 € pro Monat kosten, also 360,00 € pro Jahr. Ich habe inzwischen von 8 Studentinnen die Profile mit Foto und Zensuren-Durchschnitt. Bedingung ist ein Durchschnitt von mindestens 80-85 % (das entspricht etwa einer 2) und die Studentin darf nicht mehr als das Mindesteinkommen dazu verdienen. Falls sie mehr verdient oder schlechtere Bewertungen bekommt, wird sie aus dem Programm ausgeschlossen. Dieses Programm existiert bereits. Wir könnten uns direkt mit einklinken. Dazu müsste ich aber von Ihnen/Euch als Spender wissen, ob Sie/Ihr mit diesem Vorschlag einverstanden sind. Vielleicht möchte auch ein Einzelspender direkt eine Frau unterstützen und bekommt dann ½-jährlich eine Meldung über das Vorankommen dieser Studentin.

Es gibt bereits eine Gruppe, die Mayra unterstützt. Mayra studiert Sozialwesen und wird im nächsten Jahr mit dem Studium fertig. Sie will dann in einer nichtstaatlichen Entwicklungshilfeorganisation arbeiten. Wenn das klappt, hat sie den Sprung aus der Armut geschafft.

 

Ihr Lieben, ich hoffe, bald von Euch/Ihnen zu hören. Guatemala allgemein und auch Obras Sociales brauchen weiterhin Menschen, die helfen. Ich hoffe auf Euch/Sie!

 

Mit herzlichen Grüßen,

 



Dateien: Endoskopie-Projekt_Guatemala_Jahresbrief2017.pdf